Auf deutschen Baustellen verschiebt sich das Konsumverhalten in den Pausenzeiten messbar in Richtung Einweg-E-Zigaretten. Was Bauleitungen vor wenigen Jahren noch als Randthema wahrgenommen haben, ist inzwischen ein konkreter Punkt im betrieblichen Gesundheitsmanagement – mit Auswirkungen auf Pausenordnung, Brandschutz und Suchtprävention.
Was sich auf den Baustellen verändert hat
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist seit 2023 in mehreren Aufklärungskampagnen darauf hin, dass der Konsum von Einweg-Vapes im gewerblichen Bereich – besonders im Bau, in der Logistik und im Handwerk – deutlich zugenommen hat. Ursachen sind unter anderem die diskrete Handhabung (keine offene Flamme, kaum Geruchsbildung), die kompakte Bauform und die vergleichsweise niedrigen Stückpreise gegenüber klassischen Zigaretten.
Für Bauleiter, SiGeKo-Verantwortliche und Personalverantwortliche entstehen daraus drei konkrete Handlungsfelder: Pausenordnung (wo darf gedampft werden), Brandschutz (Lithium-Akkus in Geräten als Brandlast) und Suchtprävention (Umgang mit Nicotinabhängigkeit im Team).
Pausenordnung: Was rechtlich gilt
Das Bundesnichtraucherschutzgesetz und die jeweiligen Landesnichtraucherschutzgesetze regeln den Schutz vor Tabakrauch in Arbeitsstätten. E-Zigaretten sind in den meisten Bundesländern dem klassischen Rauchen gleichgestellt – das heißt: in geschlossenen Räumen der Baustelle (Container, Sozialräume, Bürotrakt) gelten dieselben Regeln. Im Außenbereich der Baustelle besteht in der Regel keine gesetzliche Beschränkung, der Arbeitgeber kann aber per Direktion und Hausordnung weitergehende Regeln festlegen.
In der Praxis bewährt sich ein klar gekennzeichneter Außenbereich mit Aschenbecher und feuersicherem Behälter für defekte oder ausgepuffte Vapes. Das löst zwei Probleme zugleich: die Pausenordnung wird durchsetzbar, und das Risiko einer fehlgeworfenen Vape neben brennbarem Material sinkt.
Brandschutz: Lithium-Akkus als Risiko
Einweg-Vapes enthalten kompakte Lithium-Ionen-Akkus, die bei mechanischer Beschädigung oder thermischer Überlastung ein nennenswertes Brandrisiko darstellen. Auf einer Baustelle mit gestapeltem Verpackungsmaterial, Holz und Dämmstoffen ist die Brandlast hoch. Mehrere dokumentierte Vorfälle in der Logistikbranche zeigen, dass eine fehlgeworfene oder zerquetschte Vape ausreichen kann, um einen lokalen Brandherd zu erzeugen.
Bauleitungen sollten ihre Teams sensibilisieren: Einweg-Vapes gehören nicht in den allgemeinen Bauschutt-Container und nicht in den Bauschutt-Sack. Sie sind nach Elektrogesetz Elektroaltgeräte und müssen entsprechend gesammelt werden. In der Praxis reicht ein klar beschrifteter Sammelbehälter im Containerbereich, der regelmäßig zu einem zertifizierten Entsorger gebracht wird.
Worüber Bauleitungen den Markt kennen sollten
Wer Pausenordnung und Brandschutz auf der Baustelle steuern will, sollte den Markt grob kennen, in dem die Produkte vertrieben werden. Aktuell stark verbreitet sind RandM-Tornado-Modelle in den Generationen 12000, 15000 und 20000 Züge – erhältlich beispielsweise bei spezialisierten Online-Anbietern wie RandM Tornado 12000 bei Trendbrothers.de, daneben weitere Marken wie Elfbar und Al Fakher. Diese Marktkenntnis hilft bei der Einordnung dessen, was in den Sozialräumen tatsächlich verwendet wird, und bei der Auswahl passender Aushänge und Informationsmaterialien für das Team.
Suchtprävention: Was Personalverantwortliche tun können
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt für betriebliche Suchtprävention einen abgestuften Ansatz: niedrigschwellige Information über Inhaltsstoffe und Nicotingehalt, Hinweis auf kostenfreie Beratungsangebote der Krankenkassen, klare Regeln im Betrieb. Auf der Baustelle bedeutet das konkret: ein einfacher Aushang im Sozialraum mit den Kontaktdaten der zuständigen Krankenkasse und ein kurzer Hinweis in der wöchentlichen Sicherheitsunterweisung reichen oft aus, um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen.
Was nicht funktioniert: pauschale Verbote ohne Begründung. Wer auf einer 50-Mann-Baustelle einseitig das Dampfen verbietet, ohne den Außenbereich vernünftig zu regeln, erzeugt Konflikte und Umgehungsverhalten. Sinnvoller ist eine pragmatische, schriftlich festgehaltene Regelung, die Pausenraum, Außenbereich und Entsorgung klar trennt.
Häufige Fragen
Sind Einweg-Vapes auf der Baustelle gleich zu behandeln wie Zigaretten?
In geschlossenen Räumen der Baustelle in den meisten Bundesländern ja – die Landesnichtraucherschutzgesetze stellen E-Zigaretten Tabakprodukten weitgehend gleich. Im Außenbereich kann der Arbeitgeber per Hausordnung eigene Regeln festlegen.
Wie werden Einweg-Vapes auf der Baustelle korrekt entsorgt?
Als Elektroaltgeräte nach Elektrogesetz. Ein separater, klar beschrifteter Sammelbehälter im Containerbereich, der über einen zertifizierten Entsorger geleert wird, ist die saubere Lösung. Hausmüll oder Bauschutt ist nicht zulässig.
Welche Rolle spielt der SiGeKo beim Thema E-Zigaretten?
Der SiGeKo prüft die Einhaltung der Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzregeln auf der Baustelle. Dazu gehört auch der Brandschutz – defekte oder unsachgemäß entsorgte Vapes können hier ein Prüfpunkt sein. Eine klare Pausenordnung erleichtert die Abnahme.
Stand: 21. Juni 2026.


