Zeichnung einer Baustelle

1.2 Bauzeitenplan (BZP) Soll-Null – von der Bauleitung angedachte, verknüpfte Ablaufstruktur des Bauprojekts

Der Bauzeitenplan Soll-Null wird als „sekundäres“ Vertragsprotokoll (siehe Vertragsprüfung 1.1) bezeichnet und ist das wirksame Mittel des Auftragnehmers zur Durchsetzung von Mehrkosten. Der BZP Soll-Null ist eine überwachbare, dokumentationsfähige, realistische und robuste Ablaufstruktur des Bauvorhabens - so ist geplant zu bauen. Ausgangspunkt zur Erstellung eines BZP Soll-Null könnte das Mengen-Zeit-Gerüst (siehe Mengen-Zeit-Gerüst 1.5) sein.

Juristisch ist der BZP Soll-Null Grundlage jeglichen baubetrieblichen Nachtragswesens (siehe baubetrieblicher Nachtrag 3.1). Aus Gründen der Praktikabilität sollten die gewählten Arbeitspakete nicht kürzer als 1 Tag und nicht länger als 5 Tage sein. Die Struktur legen Bauleitung und Baustellenleitung fest. Der für unser Beispiel erstellte BZP Soll-Null sieht wie folgt aus:

Musterprojekt Bauablaufstörung

Ausschnitt Bauzeitenplan Soll Null
BZP Soll Null

Auf die Struktur des BZP Soll-Null sollte im Bautagebuch (siehe Bautagebuch 2.1) berichtet werden. In der täglichen Praxis bedeutet dies, dass die im BZP Soll-Null definierten Arbeitspakete als Positionen im Bautagebuch genutzt werden. Der BZP Soll-Null liefert die Soll-Werte für den Vergleich der geplanten und der tatsächlich benötigten Stunden (siehe Stundenvergleich 2.3) sowie benötigte Daten für den Kalkulationsabgleich (siehe Kalkulationsabgleich 1.3).