Zeichnung einer Baustelle

3.1 Baubetriebliches Nachtragswesen – Aufwendungen durch fremdverschuldete Bauablaufstörungen geltend machen

Ansprüche aus baubetrieblichen Nachträgen entstehen typischerweise z.B. bei verschobenem Baubeginn, „baubegleitender“ Nachplanung seitens des Auftraggebers, Störungen im Bauablauf (siehe Behinderungsanzeigen 2.2, BZP Soll-Strich 2.5), fehlender Vorleistungen, geänderter Ablaufstrukturen und damit verbundenen zusätzlichen Ab- und Einrüstzeiten, arbeitsablaufbedingten Wartezeiten, „Zerstückelung“ der Bauabschnitte und Ähnlichem. Die schleichende Verschlechterung der Produktivität (siehe Produktivitätsverlust 3.6) im Zuge dieser Störungen und andere damit verbundene Kosten sind über baubetriebliche Nachträge geltend zu machen.

Auftraggeber gehen verstärkt dazu über, genaue Nachweise zu fordern und an juristische Formalitäten (Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes BGH und der Oberlandesgerichte OLG) zu knüpfen, ehe baubetriebliche Nachträge anerkannt werden. Als Nachweise in unserem Musterbeispiel verlangt der Auftraggeber den BZP Soll-Null (siehe BZP Soll-Null 1.2), den BZP Soll-Strich V1 und V2 (siehe BZP Soll-Strich 2.5) und die detaillierte Auflistung der Mehrkosten (siehe „der Höhe nach“ ab 3.4).