Die richtige Diamanttrennscheibe richtet sich nach dem Material, nicht nach dem Preis. Harter Stein und Feinsteinzeug brauchen eine weiche Bindung, abrasiver Beton, Estrich und Asphalt eine harte. Dazu kommen die zulässige Drehzahl der Maschine, Nass- oder Trockenschnitt und eine Absaugung gegen Quarzstaub.
Die Bindung der Scheibe muss zum Material passen: je härter der Stoff, desto weicher die Bindung. Die Umfangsgeschwindigkeit darf den Wert auf der Scheibe nie überschreiten, bei Winkelschleifern meist 80 m/s. Gelötete Segmente gehören nur in den Nassschnitt. Für Quarz gilt ein Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³, deshalb wird mit Absaugung oder Wasser geschnitten. Was eine Scheibe kostet, zeigt erst der Preis pro Meter Schnitt einschließlich Arbeitszeit.
Welche Diamanttrennscheibe passt zu welchem Material?
Entscheidend ist die Bindung, also die Metallmatrix, in der die Diamanten sitzen. Für harte, wenig abrasive Stoffe wie Granit, Klinker oder Feinsteinzeug nehmen Sie eine weiche Bindung. Für abrasive Stoffe wie Frischbeton, Estrich, Kalksandstein oder Asphalt eine harte.
Klingt erst einmal verkehrt herum, hat aber einen einfachen Grund. Eine Diamantscheibe schneidet nur, solange an der Oberfläche der Segmente scharfe Diamantkörner stehen. Stumpfe Körner müssen herausbrechen, damit die nächsten nachrücken können. Dafür muss sich die Bindung im richtigen Tempo abnutzen. Granit trägt die Bindung kaum ab. Ist sie zu hart, bleiben die stumpfen Körner stecken, die Scheibe „verglast“ und rutscht nur noch über den Stein. Asphalt und junger Beton schmirgeln die Bindung dagegen regelrecht weg. Ist sie zu weich, ist die Scheibe nach wenigen Metern blank.
Die meisten Fehlkäufe auf der Baustelle entstehen mit der sogenannten Universalscheibe. Die schneidet vieles ein bisschen und nichts richtig gut. Für einen Elektriker, der heute zwei Schlitze in Ziegel und morgen einen Durchbruch im Kalksandstein macht, ist das in Ordnung. Wer aber eine Woche lang Fugen in Betonplatten schneidet oder Granitpflaster anpasst, verliert mit der Universalscheibe Zeit und Geld.
Bei der Bauform gilt eine grobe Regel. Segmentierte Scheiben mit Kühlschlitzen sind für Beton, Mauerwerk und Stein gedacht und vertragen den Trockenschnitt am besten. Turbo-Scheiben mit gewelltem, durchgehendem Rand schneiden sauberer in Naturstein und Feinsteinzeug. Scheiben mit geschlossenem, glattem Rand sind für Fliesen und Keramik gemacht, wo ausgebrochene Kanten sofort auffallen. Wer gezielt Diamantwerkzeug für Beton, Naturstein und Fliesen zusammenstellt, sollte im Datenblatt deshalb immer zuerst nach dem Einsatzmaterial schauen und erst dann nach Durchmesser und Preis.
| Material | Bindung | Bauform | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Altbeton, Stahlbeton mit hartem Kies | mittel bis weich | segmentiert, lasergeschweißt | Scheibe verglast, weil die Bindung zu hart ist |
| Frischbeton, Estrich | hart | segmentiert, mit Unterschnittschutz | Segmentfuß wird ausgewaschen, Segmente brechen |
| Kalksandstein, Ziegel, Mauerwerk | hart | segmentiert | hoher Verschleiß mit weicher Granit-Scheibe |
| Asphalt | sehr hart | segmentiert, Asphaltscheibe | Betonscheibe ist nach wenigen Metern verbraucht |
| Granit, Basalt, Klinker | weich | Turbo oder segmentiert | Scheibe wird heiß und schneidet nicht mehr |
| Feinsteinzeug, Fliesen | weich | geschlossener Rand oder feiner Turbo | ausgebrochene Kanten mit Segmentscheibe |
Ein Wort zu Stahlbeton. Gute Betonscheiben kommen auch durch einzelne Bewehrungsstäbe, aber Stahl frisst Standzeit. Viel wichtiger ist eine andere Frage: Darf die Bewehrung überhaupt durchtrennt werden? Bei Durchbrüchen in Decken, Unterzügen und tragenden Wänden entscheidet das der Tragwerksplaner, nicht der Mann an der Maschine. Für runde Öffnungen ist ohnehin die Kernbohrung mit Diamantbohrkrone das bessere Verfahren, mehr dazu in unserem Beitrag zur Geräteauswahl zwischen Bohrhammer und Kernbohrung.
Wie schnell darf sich eine Diamanttrennscheibe drehen?
Maßgeblich ist die Umfangsgeschwindigkeit am Scheibenrand. Sie darf den auf der Scheibe angegebenen Höchstwert nie überschreiten. Bei Scheiben für Winkelschleifer sind das meist 80 m/s, bei Scheiben für Trennschleifer meist 100 m/s. Die Höchstdrehzahl in Umdrehungen pro Minute steht ebenfalls drauf.
Die Leerlaufdrehzahl der Maschine muss also kleiner oder gleich der zulässigen Drehzahl der Scheibe sein. Rechnen können Sie das mit einer einfachen Formel: Umfangsgeschwindigkeit in m/s = π × Durchmesser in mm × Drehzahl in 1/min ÷ 60.000.
Rechenbeispiel: die 230er-Scheibe auf dem kleinen Schleifer
Ein großer Winkelschleifer für 230-mm-Scheiben dreht im Leerlauf typischerweise um 6.600 1/min. Das ergibt π × 230 × 6.600 ÷ 60.000 = rund 79,5 m/s. Passt also zu einer Scheibe mit 80 m/s.
Jetzt der Klassiker auf Baustellen, auf denen gespart wird: Jemand spannt eine 230er-Scheibe auf einen 180er-Schleifer, weil der gerade griffbereit liegt. Die Schutzhaube passt nicht, also kommt sie ab. Der 180er dreht mit 8.500 1/min. Rechnung: π × 230 × 8.500 ÷ 60.000 = rund 102 m/s. Die Scheibe läuft damit um ein Viertel schneller als zulässig, ohne Haube, in Kopfhöhe. Das ist kein Fehler, den man einmal macht und daraus lernt. Das ist ein Fehler, nach dem jemand ins Krankenhaus fährt.
Beim Trennschleifer sieht es ähnlich aus. Eine 350er-Scheibe mit einer zulässigen Höchstdrehzahl von 5.460 1/min erreicht bei dieser Drehzahl rund 100 m/s. Liegt die Spindeldrehzahl des Geräts darüber, ist die Scheibe für dieses Gerät tabu. Die Bohrung muss ebenfalls passen: 22,23 mm ist bei Winkelschleifern Standard, bei Trennschleifern 20 oder 25,4 mm. Reduzierringe nur verwenden, wenn der Hersteller sie für genau diese Kombination freigibt, und nie mehrere stapeln.
Checkliste vor dem ersten Schnitt
- Scheibe auf Risse, fehlende oder lose Segmente und Verfärbungen prüfen. Beschädigte Scheiben sofort aussortieren, nicht „noch für den einen Schnitt“.
- Höchstdrehzahl und Durchmesser auf der Scheibe mit dem Typenschild der Maschine vergleichen.
- Drehrichtungspfeil auf der Scheibe beachten, der Pfeil auf der Schutzhaube zeigt dieselbe Richtung.
- Spannflansch und Spannmutter sauber und unbeschädigt, Scheibe sitzt plan auf der Aufnahme.
- Schutzhaube montiert und so eingestellt, dass Funken und Bruchstücke vom Körper weg fliegen.
- Probelauf ohne Last, mit niemandem in Verlängerung der Scheibenebene. Schlägt oder vibriert die Scheibe, sofort abschalten.
- Absaugung angeschlossen oder Wasserzufuhr läuft, bevor die Scheibe ins Material geht.
Nass oder trocken schneiden: Was gilt auf der Baustelle?
Beides ist zulässig, aber nicht mit jeder Scheibe. Lasergeschweißte Segmente vertragen den Trockenschnitt, gelötete Segmente nur den Nassschnitt, weil das Lot bei Hitze weich wird. Staubig darf es in keinem Fall werden. Trocken heißt deshalb immer: mit Absaughaube und Entstauber.
Wer eine Scheibe „für nass“ trocken laufen lässt, riskiert, dass Segmente sich lösen und mit der vollen Umfangsgeschwindigkeit wegfliegen. Steht auf Scheibe oder Verpackung ein Symbol mit Wassertropfen und keine Freigabe für trocken, gilt nass. Keine Ausnahme für „nur kurz“.
Der zweite Punkt ist der Staub. Beton, Kalksandstein, Naturstein und viele Fliesen enthalten Quarz. Alveolengängiger Quarzstaub gilt nach TRGS 906 als krebserzeugend. Die TRGS 559 nennt für Quarz einen Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³ im A-Staub. Daneben gelten nach TRGS 900 die allgemeinen Arbeitsplatzgrenzwerte von 1,25 mg/m³ für A-Staub und 10 mg/m³ für E-Staub. Beim offenen Trockenschnitt mit dem Trennschleifer liegen Sie bei diesen Werten schnell daneben, wenn nicht abgesaugt oder benetzt wird. Eine graue Wolke, in der der Kollege verschwindet, ist keine harmlose Begleiterscheinung, sondern ein Messwert, der nicht stimmt.
In der Praxis haben sich drei Wege bewährt. Erstens Winkelschleifer und Mauernutfräsen mit Absaughaube und einem Entstauber mindestens der Staubklasse M mit automatischer Filterabreinigung. Zweitens Trennschleifer mit Wasseranschluss, wobei das Wasser vor dem Schnitt läuft und nicht erst, wenn es schon staubt. Drittens Steintrenner und Tischsägen mit Wasserbecken für Platten und Pflaster, die sich dorthin tragen lassen. Atemschutz kommt erst danach, als Ergänzung. Welche Maske für welchen Staub reicht, lesen Sie in unserem Beitrag zu FFP2, FFP3 und Atemschutz auf der Baustelle.
Nassschnitt hat eigene Tücken. Schlamm auf Gehwegen und in Gullys macht Ärger mit Nachbarn und Tiefbauamt. In Innenräumen mit Elektro-Werkzeug ist Wasser nur mit dafür ausgelegten Geräten und Fehlerstrom-Schutz erlaubt. Bei Frost friert die Leitung zu. Für Innenarbeiten mit Netzgerät ist der abgesaugte Trockenschnitt deshalb oft die sauberere Lösung, draußen mit dem benzinbetriebenen Trennschleifer der Nassschnitt.
Schneidarbeiten in quarzhaltigem Material gehören in die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz, inklusive Staub, Lärm, Vibration und Rückschlag. Die BG BAU fördert seit dem 1. Juli 2025 über ihre Arbeitsschutzprämien auch Staubabscheider und Steintrenner. Die aktuellen Bedingungen stehen im Prämienkatalog auf bgbau.de. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung und keine Unterweisung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Warum schneidet die Diamantscheibe nicht mehr richtig?
Meist ist sie verglast: Die Bindung ist zu hart für das Material, die stumpfen Diamanten kommen nicht nach. Sie sehen glatte, glänzende Segmente, viel Funkenflug und kaum Fortschritt. Ein paar Schnitte in Kalksandstein oder Sandstein legen die Diamanten wieder frei.
Die Scheibe zeigt Ihnen ziemlich genau, was schiefläuft, wenn Sie hinschauen. Die folgende Tabelle ist die Diagnose, die ein erfahrener Polier im Kopf hat, wenn ihm jemand eine „kaputte“ Scheibe in die Hand drückt.
| Was Sie sehen | Wahrscheinliche Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Segmente glatt und glänzend, Scheibe „rutscht“ | Bindung zu hart oder zu wenig Vorschub | In Kalksandstein oder Abrichtstein freischneiden, künftig weichere Bindung |
| Stammblatt unter den Segmenten ausgewaschen | Unterschnitt durch abrasiven Schlamm (Frischbeton, Asphalt) | Scheibe aussortieren, Scheibe mit Unterschnittschutz verwenden |
| Segment fehlt oder ist angerissen | Überhitzung, Verkanten, gelötete Scheibe trocken benutzt | Sofort aus dem Verkehr ziehen, nicht weiterverwenden |
| Blaue Anlauffarben am Stammblatt | Zu heiß gelaufen, oft zu viel Druck oder zu wenig Kühlung | Scheibe prüfen lassen oder ersetzen, Vorschub reduzieren |
| Scheibe schlägt oder eiert | Verzogenes Stammblatt, verschmutzter Flansch, falsche Bohrung | Flansch reinigen, Bohrung prüfen; bleibt der Schlag, Scheibe ersetzen |
| Segmente einseitig abgenutzt | Schräg geführt oder im Schnitt gekurvt | Führungsschiene oder Anschlag nutzen, gerade ansetzen |
Beim Schneiden selbst passieren die meisten Fehler aus Ungeduld. Diamantscheiben wollen gleichmäßigen, mäßigen Vorschub. Wer mit Gewalt drückt, bremst die Drehzahl, erhitzt die Segmente und verkantet im Schnitt. Bei tiefen Schnitten arbeiten Sie in mehreren Durchgängen von jeweils wenigen Zentimetern und lassen die Scheibe zwischendurch kurz frei laufen, damit Luft oder Wasser die Segmente kühlt. Kurven gibt es mit einer Trennscheibe nicht. Wer einen Bogen braucht, schneidet ihn in kurzen geraden Abschnitten.
Ein Rückschlag beim Trennschleifer entsteht fast immer im oberen Viertel der Scheibe. Setzen Sie deshalb mit dem unteren Bereich an und sorgen Sie dafür, dass sich der Schnittspalt nicht schließen kann. Wenn Sie ein Werkstück so schneiden, dass sich die beiden Hälften zueinander neigen, klemmt die Scheibe. Lieber unterlegen, sodass der Spalt beim Durchtrennen aufgeht.
Viele Scheiben landen im Schrott, obwohl noch die halbe Segmenthöhe drauf ist. Sie sind nur verglast. Bevor Sie eine neue aufziehen, machen Sie drei, vier kurze Schnitte in einen Kalksandstein oder einen Porenbetonrest, der ohnehin auf der Baustelle liegt. Kommt danach wieder Schnittleistung, war die Bindung zu hart für das Material. Dann bringt die nächste Scheibe derselben Sorte nichts, Sie brauchen eine weichere. Diese eine Beobachtung spart auf größeren Baustellen mehr Geld als jeder Rabatt beim Händler.
Wie lange darf man am Tag mit dem Winkelschleifer arbeiten?
Eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Entscheidend ist die Hand-Arm-Vibration: Ab einem Tageswert von 2,5 m/s² muss der Arbeitgeber handeln, 5 m/s² dürfen nicht überschritten werden. Wie schnell Sie diese Werte erreichen, hängt vom Schwingungswert Ihrer Maschine und der reinen Schneidzeit ab.
Die Werte stehen in § 9 der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Der Tageswert A(8) wird auf acht Stunden umgerechnet: A(8) = Schwingungswert × Wurzel aus (Einwirkzeit ÷ 8 Stunden). Den Schwingungswert finden Sie in der Betriebsanleitung, getrennt für Trennschleifen und Schleifen. Hersteller geben dort auch eine Messunsicherheit an, die Sie für die Gefährdungsbeurteilung aufschlagen sollten.
Rechenbeispiel: Schlitze für die Elektroinstallation
Angenommen, Ihr 230er-Winkelschleifer hat laut Anleitung beim Trennen einen Schwingungswert von 6 m/s². Wie lange darf damit geschnitten werden, bis der Auslösewert erreicht ist? Umgestellt ergibt sich: Einwirkzeit = 8 Stunden × (2,5 ÷ 6)² = rund 1,4 Stunden, also etwa 83 Minuten reine Schneidzeit. Bis zum Grenzwert von 5 m/s² wären es 8 × (5 ÷ 6)² = rund 5,6 Stunden.
Zwei Stunden reine Schneidzeit ergeben 6 × Wurzel(2 ÷ 8) = 3 m/s². Das liegt über dem Auslösewert. Für den Betrieb heißt das: Unterweisung, arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten, Maßnahmen zur Minderung festlegen. Und gemeint ist wirklich die Zeit, in der die Scheibe im Material ist, nicht die Anwesenheit auf der Baustelle. Wer den ganzen Tag Schlitze zieht, kommt schneller hin, als viele denken. Eine Mauernutfräse mit zwei Scheiben und Absaugung schneidet einen Schlitz in einem Durchgang und reduziert die Einwirkzeit spürbar.
Beim Lärm gilt § 6 derselben Verordnung: unterer Auslösewert 80 dB(A), oberer 85 dB(A) als Tageswert. Große Winkelschleifer und Trennschleifer liegen nach Herstellerangaben im Betrieb deutlich darüber. Gehörschutz ist beim Trennen also Pflicht, nicht Empfehlung. Welche Bauform beim Arbeiten mit dem Trennschleifer wirklich dicht hält, steht in unserem Ratgeber zum Gehörschutz auf der Baustelle. Wie Sie Vibration, Lärm und Staub sauber dokumentieren, zeigt der Beitrag zur Gefährdungsbeurteilung auf der Baustelle.
Was kostet ein Meter Schnitt mit der Diamantscheibe wirklich?
Den Preis der Scheibe teilen Sie durch die geschnittenen Meter und rechnen die Arbeitszeit dazu. Eine teure Scheibe mit hoher Standzeit und schnellem Schnitt ist bei regelmäßigem Einsatz pro Meter fast immer günstiger. Bei ein paar Schnitten im Jahr lohnt sie sich dagegen nicht.
Diamanttrennscheiben mit 230 mm Durchmesser kosten je nach Region, Anbieter, Segmenthöhe und Qualität von unter 30 Euro bis deutlich über 150 Euro. Die Segmenthöhe ist dabei der wichtigste Hinweis auf die Standzeit: Mehr Segment heißt mehr nutzbarer Diamant. Billigscheiben haben oft niedrige Segmente und sind schneller verbraucht.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten
Die folgenden Zahlen sind keine Messergebnisse, sondern ein Rechenweg. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein. Angenommen, Scheibe A kostet 30 Euro und schafft in Ihrem Beton 25 Meter bei 1,5 Minuten pro Meter. Scheibe B kostet 120 Euro, schafft 150 Meter und braucht 1 Minute pro Meter. Ihr Verrechnungssatz für die Arbeitsstunde liegt bei 60 Euro, also 1 Euro pro Minute.
| Posten pro Meter | Scheibe A (Annahme) | Scheibe B (Annahme) |
|---|---|---|
| Werkzeugkosten | 30 € ÷ 25 m = 1,20 € | 120 € ÷ 150 m = 0,80 € |
| Arbeitszeit | 1,5 min × 1 € = 1,50 € | 1 min × 1 € = 1,00 € |
| Summe pro Meter | 2,70 € | 1,80 € |
| Bei 100 m Fugen | 270 € und 4 Scheibenwechsel | 180 €, kein Wechsel |
Die Arbeitszeit ist in dieser Rechnung der größere Posten. Das übersehen viele, die beim Einkauf nur auf den Stückpreis schauen. Dazu kommen Effekte, die in keiner Tabelle stehen: weniger Vibration bei einer Scheibe, die zieht, weniger Hitze, weniger Unterbrechungen.
Umgekehrt gilt genauso: Wer zweimal im Jahr drei Meter Randstein kürzt, verbraucht auch die günstige Scheibe nicht. Dann ist die teure Profi-Scheibe totes Kapital, das im Transporter rostet. Kaufen Sie in diesem Fall eine solide Mittelklasse-Scheibe für das Material, das am häufigsten vorkommt, und lassen Sie die großen Schneidarbeiten von einem Betonschneide-Fachbetrieb erledigen.
Wenn Sie Ihre eigenen Standzeiten kennen wollen, schreiben Sie bei jeder neuen Scheibe Datum, Material und ungefähre Schnittmeter auf. Nach zwei, drei Baustellen wissen Sie, welche Sorte sich bei Ihnen rechnet. Wer Werkzeugeinsatz und Materialverbrauch ohnehin digital erfasst, findet bei Handwerk digitalisieren Anregungen, wie sich das ohne viel Zettelwirtschaft in den Betriebsalltag einbauen lässt.
Entscheidungshilfe: Welche Lösung für welchen Auftrag?
- Wenn nur einzelne Schnitte in wechselnden Materialien anfallen, dann reicht eine gute Universalscheibe am 125er- oder 230er-Winkelschleifer mit Absaugung.
- Wenn über mehrere Tage dasselbe Material geschnitten wird, dann lohnt sich die materialspezifische Profi-Scheibe. Die Rechnung oben zeigt, warum.
- Wenn Schnitttiefen über etwa 8 cm nötig sind oder im Freien Beton und Asphalt geschnitten werden, dann ist der Trennschleifer mit Wasseranschluss das richtige Gerät.
- Wenn Platten, Pflaster oder Fliesen in Serie angepasst werden, dann gehört ein Steintrenner mit Wasserbecken auf die Baustelle.
- Wenn runde Öffnungen oder Schnitte in tragenden Bauteilen gefragt sind, dann Kernbohrung oder Fachbetrieb, und vorher die Freigabe der Statik.
Meine Einschätzung
Die Diskussion auf Baustellen dreht sich fast immer um die Frage, welche Marke die beste Scheibe macht. Das ist die falsche Frage. Die beste Scheibe der Welt ist nach zehn Metern Asphalt hinüber, wenn sie für Granit gebaut wurde. Wer als Bauleiter oder Polier Ordnung in das Thema bringen will, legt für die eigene Baustelle zwei, drei Scheibensorten fest, passend zu den Materialien, die tatsächlich verbaut sind, und beschriftet die Kisten im Container entsprechend. Dazu eine feste Regel: keine Scheibe ohne Absaugung oder Wasser ins Material, und keine Scheibe auf eine Maschine, deren Drehzahl nicht vorher verglichen wurde. Das klingt banal. Auf den meisten Baustellen würde es trotzdem mehr bringen als jede neue Maschine.
- Harter Stoff, weiche Bindung. Abrasiver Stoff, harte Bindung.
- Umfangsgeschwindigkeit = π × Durchmesser in mm × Drehzahl ÷ 60.000. Sie darf den Wert auf der Scheibe (meist 80 oder 100 m/s) nie überschreiten.
- Gelötete Segmente nur nass, lasergeschweißte auch trocken, trocken aber nur mit Absaugung (mindestens Staubklasse M).
- Quarz: Beurteilungsmaßstab 0,05 mg/m³ nach TRGS 559, A-Staub-Grenzwert 1,25 mg/m³ nach TRGS 900.
- Hand-Arm-Vibration: Auslösewert 2,5 m/s², Grenzwert 5 m/s² als Tageswert.
- Kosten immer pro Meter Schnitt rechnen, inklusive Arbeitszeit.
Häufige Fragen zur Diamanttrennscheibe
Kann man mit einer Diamanttrennscheibe Metall schneiden?
Mit einer normalen Stein- oder Betonscheibe nicht sinnvoll. Stahl setzt die Segmente zu und erhitzt sie stark. Es gibt eigens dafür ausgelegte Diamantscheiben für Metall. Für reine Metallarbeiten bleibt die gebundene Trennscheibe aus Korund meist die einfachere Wahl. Einzelne Bewehrungsstäbe im Beton schaffen gute Betonscheiben dagegen.
Wie lange hält eine Diamanttrennscheibe?
Das hängt fast vollständig von Material, Bindung und Arbeitsweise ab. Ein seriöser Pauschalwert in Metern existiert nicht. Die Segmenthöhe gibt einen Anhaltspunkt für den nutzbaren Diamantbelag. Ist das Segment bis auf wenige Millimeter abgetragen oder fehlt ein Teil, wird die Scheibe ersetzt. Ihre eigenen Standzeiten notieren lohnt sich.
Was ist der Unterschied zwischen einer Trennscheibe und einer Diamanttrennscheibe?
Eine klassische Trennscheibe besteht aus Schleifkorn in Kunstharz und nutzt sich beim Schneiden sichtbar im Durchmesser ab. Bei der Diamanttrennscheibe sitzen Diamanten in Metallsegmenten auf einem Stahlstammblatt. Der Durchmesser bleibt fast gleich, die Standzeit in Stein und Beton ist um ein Vielfaches höher.
Wie schärfe ich eine stumpfe Diamantscheibe?
Schneiden Sie einige Male in ein abrasives Material wie Kalksandstein, Sandstein oder einen speziellen Abrichtstein. Dabei wird die verglaste Bindung abgetragen und neue Diamanten treten heraus. Hilft das nicht oder sind Segmente beschädigt, ist die Scheibe am Ende. Schleifen mit anderen Werkzeugen ist keine Option.
Darf ich eine Nass-Scheibe ausnahmsweise trocken verwenden?
Nein. Ist die Scheibe nur für den Nassschnitt freigegeben, sind die Segmente meist gelötet. Ohne Wasser wird das Lot weich und Segmente können sich lösen. Das gilt auch für kurze Schnitte. Achten Sie auf das Kennzeichen auf Scheibe und Verpackung.
Quellen
- TRGS 559 „Quarzhaltiger Staub“ (Ausgabe 2020), Abschnitte 1 und 2.3, Ausschuss für Gefahrstoffe, veröffentlicht über baua.de, abgerufen Oktober 2026
- TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ und TRGS 906 „Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren“, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua.de), abgerufen Oktober 2026
- Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV), §§ 6 und 9, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
- BG BAU, Arbeitsschutzprämien und Prämienkatalog sowie „Handmaschinen mit Absaugung: Anforderungen“, bgbau.de, abgerufen Oktober 2026
- Deutsche Handwerks Zeitung, „Arbeitsschutzprämien: Das ändert sich bei den Zuschüssen der BG Bau“, 21. Mai 2026
- DIN EN 13236 „Schleifmittel – Sicherheitsanforderungen für Superabrasives“, DIN Media, sowie Kennzeichnungen und Datenblätter der Scheibenhersteller
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung und keine Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall.


