Für die Baustelle brauchen Sie eine Bundhose mit Kniepolstertaschen, deren Polster zusammen mit genau diesem Hosenmodell nach DIN EN 14404 geprüft ist. Auf Schotter, Estrich mit Splitt oder Bewehrung nehmen Sie Leistungsstufe 1U oder 2, auf glattem Boden reicht Stufe 0 oder 1.
Die Arbeitshose selbst ist meist nur Arbeitskleidung. Zur Schutzausrüstung wird sie durch das Kniepolster oder durch Warnschutz. Seit der Neufassung DIN EN 14404:2024 gibt es vier Leistungsstufen (0, 1, 1U, 2) und zwei Wege: Polster und Hose als geprüftes Paar oder genormte Einheitspolster, die in jede passende Hose dürfen. Wer viel kniet, sammelt Stunden für die Berufskrankheit Nr. 2112. Bezahlen muss die Schutzausrüstung der Arbeitgeber, nicht der Mann in der Kolonne.
Welche Arbeitshose taugt auf der Baustelle wirklich?
Für die meisten Gewerke ist die Bundhose mit Kniepolstertaschen und Stretchanteil die richtige Wahl. Die Latzhose lohnt sich für Arbeiten mit viel Bücken und Knien in der kalten Jahreshälfte, Shorts nur bei Arbeiten ohne Knien und ohne Schnitt- oder Funkengefahr.
Die Bundhose hat sich am Bau aus einem simplen Grund durchgesetzt: Sie sitzt, ohne über die Schultern zu ziehen, und Sie kommen in der Pause schnell raus. Mit einem Gürtel und vernünftigen Holstertaschen trägt sie Werkzeug, ohne dass der Bund rutscht. Ein Stretchanteil in Schritt und Knie bringt mehr als jedes Extra-Fach, weil sich die Hose beim Knien nicht spannt und das Polster an seinem Platz bleibt.
Die Latzhose hat ihren Platz. Wer den halben Tag gebückt Fliesen verlegt oder Estrich abzieht, freut sich über einen Rücken, der nicht frei liegt. Im Hochsommer wird sie allerdings schnell zur Sauna. Viele Betriebe statten deshalb mit Bundhosen aus und geben Latzhosen nur in einzelnen Gewerken dazu.
Shorts sind beliebt und auf vielen Baustellen trotzdem keine gute Idee. Sobald jemand kniet, mit der Flex arbeitet oder in der Nähe von Bitumen und heißen Oberflächen steht, gehört Stoff aufs Bein. Prüfen Sie das in Ihrer Gefährdungsbeurteilung auf der Baustelle und schreiben Sie es dann in die Baustellenordnung, statt jeden Morgen darüber zu diskutieren.
Als Entscheidungshilfe für die Bestellung:
| Wenn auf Ihrer Baustelle … | … dann bestellen Sie |
|---|---|
| regelmäßig gekniet wird (Fliesen, Boden, Estrich, Trockenbau unten) | Bundhose oder Latzhose mit Kniepolstertaschen plus passendes, geprüftes Polster |
| im Verkehrsraum gearbeitet wird | Warnschutzhose nach DIN EN ISO 20471, mit Warnjacke oder Warnweste zusammen |
| geflämmt, geschweißt oder mit Bitumen gearbeitet wird | Hose nach DIN EN ISO 11612 (Hitze und Flamme), kein Kunstfasergewebe |
| kaum gekniet wird und keine Sonderrisiken bestehen | robuste Bundhose ohne Polster reicht, Polstertaschen sind trotzdem praktisch |
| im Winter im Freien gearbeitet wird | gefütterte Bundhose eine Nummer weiter oder Thermounterhose unter der normalen Hose |
Was ändert die neue DIN EN 14404:2024 bei Kniepolstern in der Hose?
Die DIN EN 14404:2024 ersetzt die Fassung von 2004/2010 und besteht jetzt aus sechs Teilen. Für Hosen zählen Teil 3 (Polster und Hose als geprüftes Paar) und Teil 4 (genormte Einheitspolster). Neu ist die Leistungsstufe 1U für unebene Böden.
Kniepolster in der Hose heißen in der Norm Typ 2. Laut dem Fachbeitrag der DGUV in „sicher ist sicher“ (Ausgabe 12/2024) gibt es seit der Neufassung zwei Wege, wie ein solches System auf den Markt kommt.
Beim Teil 3 prüft der Hersteller eine bestimmte Hose mit einem bestimmten Polster zusammen. Das Etikett der Hose nennt dann das passende Polster und die erreichte Stufe. Steckt jemand ein Polster von einer anderen Marke in die Tasche, ist die Kombination nicht geprüft. Ob das Knie dann noch geschützt ist, weiß niemand. Nach der alten Norm durfte ein verschlissenes Polster nur durch dasselbe Produkt mit derselben Artikelnummer ersetzt werden.
Beim Teil 4 ist das Polster genormt: 240 mm lang, 145 mm breit, 20 mm dick, eine einzige Größe. Hose und Polster werden getrennt geprüft und dürfen frei kombiniert werden, solange beide nach Teil 4 gekennzeichnet sind. Die Schutzwirkung steckt dann allein im Polster, deshalb steht die Stufe auch auf dem Polster. Für Betriebe mit gemischtem Hosenbestand ist das die bequemere Lösung.
| Stufe | Durchstichschutz | Druckverteilung geprüft auf | Typischer Untergrund |
|---|---|---|---|
| 0 | keiner | flachem, ebenem Boden | fertiger Estrich, Parkett, Fliesenbelag im Innenausbau |
| 1 | mindestens 100 N | flachem, ebenem Boden | Rohbetondecke, besenreine Rohbauflächen |
| 1U (neu) | mindestens 100 N | unebenem Boden | Splitt, Sandbett, Pflasterarbeiten, Dachflächen |
| 2 | mindestens 250 N | unebenem Boden | Schotter, Bewehrung, Abbruchflächen mit Schrauben und Splittern |
Quelle: DGUV, sicher ist sicher 12/2024, Beitrag zur DIN EN 14404:2024. Die Spalte „Typischer Untergrund“ ist unsere Zuordnung aus der Baustellenpraxis.
Das beste Polster nützt nichts, wenn es neben der Kniescheibe liegt. Die Lage der Tasche richtet sich nach der Schrittlänge der Hose. Wer nur nach Bundweite bestellt und dann eine zu lange Hose trägt, kniet auf der Oberkante des Polsters. Lassen Sie bei der Anprobe jeden einmal auf den Boden knien: Die Kniescheibe muss mittig auf dem Polster liegen. Viele Hosen haben dafür eine zweite Einstecköffnung, mit der sich das Polster einige Zentimeter höher oder tiefer setzen lässt. Diese Einstellung erklärt den Leuten selten jemand.
Welches Kniepolster braucht welches Gewerk?
Bei Arbeiten auf glattem Boden reicht Stufe 0 oder 1. Wo Splitt, Schotter oder Bewehrung liegt, gehört Stufe 1U oder 2 in die Hose. Wer täglich stundenlang kniet, braucht zusätzlich ein Knie-Sitzgerät oder Knieschoner mit Bändern, nicht nur ein Taschenpolster.
Das Taschenpolster ist ein Kompromiss. Es ist immer dabei, stört beim Laufen kaum und wird deshalb tatsächlich getragen. Sein Nachteil: Es verrutscht stärker als ein Knieschoner mit Riemen. Für den Maurer, der ab und zu für einen Anschluss in die Hocke geht, ist das egal. Für den Fliesenleger, der vier Stunden auf den Knien liegt, ist es zu wenig.
| Gewerk | Kniezeit pro Schicht (grob) | Empfehlung |
|---|---|---|
| Fliesen- und Bodenleger | mehrere Stunden | Taschenpolster Stufe 1 plus Knieschoner Typ 1 oder Knie-Sitzgerät |
| Estrichleger | mehrere Stunden | Stufe 1U bis 2 beim Untergrund, später Stufe 1 |
| Pflaster- und Straßenbau | wechselnd, oft lang | Stufe 2 im Splittbett, dazu Warnschutzhose |
| Dachdecker | wechselnd | Stufe 1U auf Lattung und Ziegeln |
| Eisenflechter | wechselnd | Stufe 2, Knien auf Bewehrung ist das härteste Szenario |
| Maurer, Betonbauer, Elektriker im Rohbau | eher kurz | Taschenpolster Stufe 1 reicht in der Regel |
Die Kniezeiten in der Tabelle sind Erfahrungswerte, keine Messwerte. Für Ihre Kolonne zählt, was in der Gefährdungsbeurteilung steht. Wenn Sie dort ehrlich eintragen, wie lange jemand kniet, ergibt sich die Polsterstufe fast von selbst.
Ein Wort zu Knie-Sitzgeräten: Die BG BAU fördert solche Geräte über ihre Arbeitsschutzprämien. Die Anforderungen (Stand 23.02.2026) verlangen unter anderem einen Sitz, höchstens 20 kg Gesamtgewicht und ein verwindungsstabiles Gestell. Für Bodenleger ist das oft die bessere Investition als das teuerste Polster.
Ab wann wird Knien zum Berufskrankheitsrisiko?
Die Berufskrankheit Nr. 2112, die Gonarthrose, setzt mindestens 13.000 Stunden Knien im Arbeitsleben voraus, bei mindestens einer Stunde pro Schicht. Hocken, Fersensitz und Kriechen zählen mit. Fliesen- und Bodenleger erreichen diese Summe in weniger als 20 Berufsjahren.
Die Definition steht in Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung, erläutert im Merkblatt zur BK 2112 vom 30.12.2009. Als Knien gilt eine Haltung, bei der der Körper auf Knie und Fuß ruht und Ober- und Unterschenkel etwa einen rechten Winkel bilden. Vergleichbar belastend sind laut Merkblatt das tiefe Hocken, der Fersensitz und das Kriechen auf allen vieren.
Rechnen wir das einmal durch, mit 220 Arbeitstagen im Jahr:
| Kniezeit pro Schicht | Stunden pro Jahr | 13.000 Stunden erreicht nach |
|---|---|---|
| 1 Stunde | 220 | rund 59 Jahren |
| 2 Stunden | 440 | rund 30 Jahren |
| 3 Stunden | 660 | rund 20 Jahren |
| 4 Stunden | 880 | knapp 15 Jahren |
Ein Fliesenleger, der mit 17 anfängt und im Schnitt vier Stunden am Tag kniet, ist also Anfang 30 bei der Summe, die das Gesetz für eine Kniearthrose als Berufskrankheit voraussetzt. Das Polster verhindert diese Belastung nicht, aber es verteilt den Druck und schützt vor spitzen Gegenständen. Was die Belastung wirklich senkt, sind kürzere Kniezeiten: Knie-Sitzgerät, Wechsel zwischen Tätigkeiten, Werkzeuge mit Stiel.
Die Rechnung oben zeigt nur, wie schnell die Stunden zusammenkommen. Ob eine Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, entscheidet die Unfallversicherung im Einzelfall nach ärztlicher Begutachtung. Normen, Prämien und Fristen können sich ändern, prüfen Sie den aktuellen Stand bei BG BAU und DGUV. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung und keine sicherheitstechnische Beratung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Wann ist die Arbeitshose Schutzausrüstung und wer bezahlt sie?
Eine normale Bundhose ist Arbeitskleidung, die Sie dem Mitarbeiter nicht stellen müssen. Sobald die Hose schützen soll, etwa mit Kniepolster, Warnschutz oder Flammschutz, ist sie persönliche Schutzausrüstung, und die bezahlt der Arbeitgeber. Das regelt § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz.
Der Satz im Gesetz ist kurz: Kosten für Maßnahmen nach dem Arbeitsschutzgesetz darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen. Ein Abzug vom Lohn für das Kniepolster ist damit vom Tisch. Bei der Hose ohne Schutzfunktion sieht es anders aus. Ob der Betrieb sie stellt, steht im Tarifvertrag, im Arbeitsvertrag oder ist schlicht eine Frage, wie Sie gute Leute halten wollen.
Die PSA-Benutzungsverordnung legt in § 2 fest, was die Schutzausrüstung können muss. Sie muss der europäischen PSA-Verordnung (EU) 2016/425 entsprechen, den ergonomischen Anforderungen der Beschäftigten genügen und individuell passen. Außerdem ist sie grundsätzlich für eine Person bestimmt. Eine Kiste mit Polstern für alle im Container erfüllt das nicht.
Knieschutz zählt nach der PSA-Verordnung zur Kategorie II. Dafür braucht der Hersteller eine EU-Baumusterprüfung durch eine benannte Stelle. Achten Sie beim Einkauf auf die CE-Kennzeichnung und die Angabe des Normteils (DIN EN 14404-3 oder -4) auf dem Etikett. Kniekissen und Kniematten zählen übrigens nicht als PSA.
Für Arbeiten im Verkehrsraum gilt die Warnschutznorm DIN EN ISO 20471. Eine Warnschutz-Bundhose allein erreicht je nach Größe meist Klasse 1 oder 2. Für Klasse 3 braucht es die Kombination mit Jacke oder Weste. Was Bau- und Straßenbaubetriebe dabei im Detail beachten, steht in unserem Beitrag zu Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471.
Wie rüsten Sie eine Kolonne aus, ohne doppelt zu kaufen?
Rechnen Sie pro Mann mit drei Hosen: eine am Körper, eine in der Wäsche, eine in Reserve. Bestellen Sie ein Polstersystem für den ganzen Betrieb, lassen Sie jeden vorher kniend anprobieren und prüfen Sie beim Wareneingang die Etiketten. So vermeiden Sie Fehlkäufe.
Ein Rechenbeispiel für eine Kolonne mit sechs Leuten: 18 Hosen mit Kniepolstertaschen kosten je nach Anbieter, Marke und Gewebe ungefähr 40 bis 130 Euro pro Stück, zusammen also etwa 720 bis 2.340 Euro. Dazu kommen sechs Paar Polster für etwa 15 bis 45 Euro pro Paar, rund 90 bis 270 Euro. Bei Teil-3-Systemen wandert das Polster zwischen Hosen desselben Modells, bei Teil-4-Polstern zwischen allen Teil-4-Hosen. Insgesamt landen Sie grob bei 800 bis 2.600 Euro für die Grundausstattung.
Wo der Fehler meistens passiert: Jemand bestellt Hosen bei Händler A und Polster bei Händler B, weil die dort günstiger sind. Nach Teil 3 ist diese Kombination nicht geprüft. Wer gemischt bestellen will, greift zu Hosen und Polstern, die beide nach Teil 4 gekennzeichnet sind. Spezialisierte Händler wie Berufskleidung24 (berufskleidung24.de/arbeitskleidung/arbeitshosen/bundhosen) führen mehrere Marken nebeneinander, dort lohnt sich der Blick in das Datenblatt, welcher Normteil für welche Hose gilt.
Zur Förderung, ehrlich gesagt: Für die Arbeitshose selbst und für Taschenpolster haben wir bei der BG BAU keine eigene Arbeitsschutzprämie gefunden (Stand Oktober 2026). Gefördert werden Knie-Sitzgeräte und der individuelle Sonnen- und Hitzeschutz. Langärmlige Funktions- und Warnschutzshirts mit UV-Schutz bezuschusst die BG BAU mit 50 Prozent, höchstens 30 Euro pro Stück. Wer ohnehin Sommerausstattung kauft, nimmt das mit.
Dann noch das Thema PFAS, weil dazu viel Unsinn kursiert. Ein allgemeines PFAS-Verbot für Arbeitskleidung gibt es 2026 nicht. In Kraft ist die REACH-Beschränkung für PFHxA, Verordnung (EU) 2024/2462. Sie gilt seit dem 10.10.2026 für Bekleidung, die an Verbraucher geht, mit einem Grenzwert von 25 ppb. Bestimmte PSA der Kategorie III sind ausgenommen. Die breite PFAS-Beschränkung steckt noch im EU-Verfahren, mit einer Entscheidung wird nicht vor Ende 2027 gerechnet. Fragen Sie trotzdem nach fluorfreier Imprägnierung. Die gibt es längst, und Sie sind dann für die nächsten Jahre auf der sicheren Seite.
Checkliste für den Wareneingang
- CE-Kennzeichnung und Normteil (DIN EN 14404-3 oder -4) auf Hose oder Polster vorhanden?
- Bei Teil 3: Steht auf dem Hosenetikett genau das Polster, das geliefert wurde?
- Leistungsstufe (0, 1, 1U, 2) passend zum Untergrund laut Gefährdungsbeurteilung?
- Pfeil für die Einbaurichtung und Kennzeichnung links/rechts am Polster beachtet?
- Bei Warnschutz: Klasse nach DIN EN ISO 20471 und maximale Waschzyklen auf dem Etikett?
- Ausgabe an den Mitarbeiter mit Namen und Datum dokumentiert, Unterweisung zur Polsterlage erfolgt?
Meine Einschätzung
Die meisten Betriebe geben bei der Hose zu viel Geld für Taschen und Marke aus und zu wenig Aufmerksamkeit für das Polster. Ich würde es umgekehrt machen. Eine solide Bundhose im mittleren Preisbereich mit Stretch und Teil-4-Polstertaschen reicht für fast jeden im Rohbau und Ausbau. Das gesparte Geld steckt man in Stufe-2-Polster für die Leute, die auf Schotter und Bewehrung knien, und in ein Knie-Sitzgerät für die Bodenleger. Teure Premiumhosen lohnen sich nur, wenn sie wirklich jemand zwei Jahre lang trägt. Bei hoher Fluktuation in der Kolonne ist das Geld dort weg.
- DIN EN 14404:2024 kennt vier Stufen: 0, 1 (100 N), 1U (100 N, unebener Boden) und 2 (250 N).
- Teil-3-Polster gehören nur in die mitgeprüfte Hose, Teil-4-Polster in jede Teil-4-Hose.
- BK 2112 setzt 13.000 Stunden Knien voraus, bei vier Stunden täglich sind das knapp 15 Jahre.
- Schützende Hosen und Polster bezahlt der Arbeitgeber (§ 3 Abs. 3 ArbSchG).
- Drei Hosen pro Mann einplanen, kniend anprobieren, Etiketten beim Wareneingang prüfen.
Häufige Fragen zu Arbeitshosen auf der Baustelle
Darf ich Kniepolster von einer anderen Marke in meine Hose stecken?
Nur wenn Hose und Polster beide nach DIN EN 14404-4 gekennzeichnet sind. Bei Systemen nach Teil 3 ist nur das Polster geprüft, das auf dem Hosenetikett steht. Jede andere Kombination ist ungeprüft, und die Schutzwirkung lässt sich nicht belegen.
Wie lange hält ein Kniepolster?
Eine feste Zahl gibt die Norm nicht vor. Tauschen Sie das Polster, wenn es dauerhaft eingedrückt ist, Risse zeigt oder sich nach dem Knien nicht mehr zurückformt. Bei Schutzausrüstung nach PSA-Benutzungsverordnung muss der Arbeitgeber die Funktion erhalten und Verschlissenes ersetzen.
Muss der Chef mir die Arbeitshose bezahlen?
Für eine Hose mit Schutzfunktion ja, also mit geprüftem Kniepolster, Warnschutz oder Flammschutz. Eine normale Bundhose ohne Schutzfunktion muss der Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz nicht stellen. Hier gelten Tarifvertrag und Arbeitsvertrag.
Welche Hose ist im Sommer auf der Baustelle sinnvoll?
Eine leichtere Bundhose mit Stretchanteil und Belüftungszonen, die Kniepolstertaschen behält. Shorts nur dort, wo nicht gekniet und nicht mit Funken, Bitumen oder scharfkantigem Material gearbeitet wird. Für den Oberkörper fördert die BG BAU langärmlige UV-Schutz-Shirts.
Ist eine Arbeitshose mit Kniepolster schon PSA?
Die Kombination aus Hose und geprüftem Polster ist Knieschutz vom Typ 2 und damit PSA der Kategorie II. Die Hose ohne eingestecktes Polster schützt das Knie nicht. Auf der Baustelle zählt deshalb, dass das Polster auch wirklich in der Tasche steckt.
Weiterführend auf unserer Seite: Die Hose ist nur ein Teil der Ausrüstung. Einen Überblick über alle Bausteine gibt unser Leitfaden zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) am Bau, und wer gleich die Schuhe mit bestellt, findet die Unterschiede in Sicherheitsschuhe S1, S2, S3.
Quellen
- DGUV, sicher ist sicher 12/2024: Neue DIN EN 14404:2024 Teile 1 bis 6, Knieschutz (Stand 12/2024): dguv.de/medien/fb-psa/de/sis-artikel/sis-2024-12.pdf
- DGUV Sachgebiet Fußschutz: FAQ Kennzeichnung Knieschutz nach DIN EN 14404:2024 (abgerufen 22.10.2026)
- Berufskrankheiten-Verordnung, Anlage 1 Nr. 2112, und Merkblatt zur BK 2112 vom 30.12.2009, GMBl. 2010 S. 98: gesetze-im-internet.de/bkv/
- Arbeitsschutzgesetz § 3 Abs. 3 (Stand Oktober 2026): gesetze-im-internet.de/arbschg/__3.html
- PSA-Benutzungsverordnung § 2 (Stand Oktober 2026): gesetze-im-internet.de/psa-bv/
- BG BAU: Arbeitsschutzprämie „Individueller Sonnen- und Hitzeschutz“ und Anforderungen „Knie-Sitzgeräte für bodennahes Arbeiten“ (Stand 23.02.2026), abgerufen 22.10.2026: bgbau.de/service/angebote/arbeitsschutzpraemien
- Verordnung (EU) 2024/2462 (PFHxA-Beschränkung, REACH Anhang XVII Eintrag 79): eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/2462
- SGS SafeGuardS 145/24 (23.09.2024) und Beveridge & Diamond, Newsalert vom 07.10.2026, zu Fristen und Stand der PFAS-Beschränkung
- DIN EN ISO 20471 (Warnschutzkleidung), DIN EN ISO 11612 (Schutz gegen Hitze und Flamme), Hinweise nach DIN-Normenkatalog
- Händlersortiment Bundhosen: https://www.berufskleidung24.de/
Stand: 22. Oktober 2026


